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Ausgewählte Ausgabe: 6-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Wo liegt das Geld, wo liegen die Risiken?

ENERGIEWENDE | „Energy for your success“ lautet das Motto von Rüdiger König. Er hat sich darauf spezialisiert, Unternehmen in die Zukunft zu begleiten – Versorger ebenso wie Investoren, Dienstleister, Anlagenbauer und Zulieferer in der Energiebranche. Er hilft ihnen, neue Trends zu entdecken, und unterstützt sie dabei, sie sich zunutze zu machen. Im Interview berichtet er, welche Chancen die Energiewende bietet.


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Herr König, wo steht die Energiewende in Deutschland?

Nun, einerseits hat das EEG den Einsatz regenerativer Energie beflügelt, und die Akzeptanz in der Bevölkerung ist trotz der hohen Kosten relativ hoch. Andererseits besteht weiterhin erheblicher Handlungsbedarf zur Erreichung der Energiewendeziele, und die meisten Ziele werden wohl nicht erreicht werden. Darüber hinaus gibt es globale Trends, die in der Energiewende unmittelbar noch gar nicht erfasst sind.

Welcher Weg wäre der richtige, um die Risiken der Energiewende zu meistern?

Zu dieser Frage gibt es zwei Sichtweisen: Zum einen geht es um Deutschland als Ganzes, ob die zukünftige Energieversorgung zuverlässig, nachhaltig und wettbewerbsfähig gestaltet wird. Ich beschäftige mich mit der Frage, was deutsche Industrieunternehmen im Energiebereich tun müssen, um im globalen Wettbewerb erfolgreich zu bleiben.

Was  bedeutet  die  derzeitige  Marktlage für  Investoren  und  zum  Beispiel  für Zulieferer in der Energiewirtschaft?

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Als Experte für die Energiewirtschaft gestaltet Rüdiger König Veränderungen in Unternehmen. Dabei reicht das Spektrum von der Initialberatung über die Positionierung neuer Geschäftsfelder bis zur Geschäftsführung oder operativen Verantwortung an der Schnittstelle zwischen den verschiedenen Unternehmensbereichen. Der Diplom-Kaufmann bringt dabei Erfahrungen aus mehr als 30 Jahren in der Energiewirtschaft ein.

Wer sich in der Energiewelt – insbesondere im Erzeugungssektor – bewegt, muss sich einen Überblick über die wesentlichen Trends verschaffen, damit er weiterhin im Geschäft bleibt. Da wäre zum einen die Digitalisierung. Industrie 4.0 macht nicht vor dem Kraftwerk halt. Stromerzeugung, -verteilung und -verbrauch werden zunehmend über Daten miteinander vernetzt. Mittel- bis langfristig bestimmen Dateninformationen darüber, wo wann wie viel Energie benötigt beziehungsweise erzeugt wird. Hier entsteht ein Markt, den es zu beobachten lohnt. Die Versorger sind da schon sehr aktiv, aber das Thema geht viel weiter.
Betrachten wir ein Beispiel aus einem anderen Bereich: Zu den letzten Olympischen Spielen hat Adidas für Athleten maßgeschneiderte Schuhe angefertigt. Das ging mit Hilfe von Daten und 3-D-Druckern – Techniken, die vor einigen Jahren nicht zur Verfügung standen. Bald gibt es dank 3-D-Druck erschwingliche, individuelle Schuhe für jedermann und statt Massenproduktion in Fernost Individualfertigung um die Ecke. Solch ein Technologiewandel wird unsere gesamte Wirtschaft beeinflussen – auch die Produkte und Prozesse der Zulieferer im Energiebereich. Sie werden individuellere, effizientere Produkte in neuen Wertschöpfungsketten liefern.

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