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Ausgewählte Ausgabe: 11-2017 Ansicht: Modernes Layout
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„Wie iMSys zur sicheren Energieversorgung beitragen“

SMART METERING | Intelligente Messsysteme (iMSys) können neben Energiewerten beispielsweise auch Netzzustandsdaten übermitteln. Steuerboxen und ein System zum CLS-Management ermöglichen das Management von Flexibilitäten und bilden die Grundlage dafür, die Netze künftig zuverlässig und sicher zu betreiben, wie ein Forschungsprojekt zeigt. Eine Einschätzung von Peter Zayer, Geschäftsführer der Voltaris GmbH in Maxdorf.


Mit dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen neu definiert und die Einführung der intelligenten Messsysteme festgelegt. Für die Umsetzung des Smart-Meter-Rollouts ist fundiertes Fachwissen für den Betrieb der iMSys und der neuen IT-Infrastruktur mit hochautomatisierten Prozessen erforderlich – und das im engen wirtschaftlichen Rahmen der festgeschriebenen Preisobergrenzen. Dazu kommen die rechtlich vorgeschriebenen Sicherheitsniveaus an Datenschutz und Datensicherheit, die neue Aufgabe der Gateway-Administration (GWA), die neuen Strommarkt- und Tarifmodelle und die umfassenden Änderungen in der Marktkommunikation – inklusive der Einführung der Mess- und Marktlokationen.

18 Unternehmen bislang für die GWA-Rolle zertifiziert

Insbesondere die GWA ist organisatorisch und wirtschaftlich eine große Herausforderung. Inzwischen haben neben Voltaris bundesweit 18 Unternehmen die notwendige ISMS-Zertifizierung für den Produktivbetrieb erhalten. Damit ist die Grundlage für den Einsatz der iMSys geschaffen. Der Startpunkt hängt allerdings von der noch fehlenden eichrechtlichen Bauartzulassung und der Zertifizierung durch das BSI für die Smart Meter Gateways ab. Es bleibt aktuell nur die Hoffnung, dass einige der neun Hersteller, die eine Zertifizierung beantragt haben, diese zeitnah bekommen. Da derzeit im BSI bereits an der Weiterentwicklung der technischen Richtlinie gearbeitet wird, gilt es, die Aufgaben der Aufwärtskompatibilität beziehungsweise des Bestandsschutzes für die Geräte der ersten Generation zu lösen.
Um Praxistauglichkeit und Interoperabilität zu prüfen, werden die Funktionalitäten der iMSys derzeit im FNN-Projekt „Koordinierte Testphase zur Einführung iMSys“ bundesweit getestet. Auch wenn die Tests zum Teil noch nicht hundertprozentig die Anforderungen erfüllen, sind die Beteiligten optimistisch, dass die Geräte zum Rollout-Start die erforderliche Marktreife erreicht haben werden.

Netzdienlichkeit durch Grid-Wert-Erfassung

Das zeigen auch die Ergebnisse aus dem Bundesforschungsprojekt PolyEnergyNet, in dem Voltaris als Projektpartner mitgearbeitet hat. Die iMSys erfassen und übermitteln neben den Energiewerten zusätzlich Netzzustandsdaten, die einen wichtigen Beitrag zur Netzzustands-Ermittlung leisten können. Steuerboxen und ein System zum CLS-Management ermöglichen den sicheren Zugriff auf Flexibilitäten für Markt und Netz und bilden die Grundlage dafür, die Netze künftig zuverlässig und sicher zu betreiben. Für den Einsatz der iMSys auf Basis der Projektanforderungen wurde ein Mess- und Steuerungskonzept entwickelt und umgesetzt sowie die Gateway-Administration und Messdatenaufbereitung durchgeführt. Im Vordergrund standen dabei die Unterstützung der Netzdienlichkeit durch Grid-Wert-Erfassung sowie die Bereitstellung von Steuerfunktionalitäten für Flexibilitäten. Die am iMSys angeschlossenen Steuerboxen gewährleisten den sicheren Zugriff des Netzbetreibers und der externen Marktteilnehmer auf Flexibilitäten und tragen zu einem resilienten Netzbetrieb bei.
Voltaris hat innerhalb des Projekts ein Koordinationsmanagement als Funktion zur effektiven Aggregation etabliert, um unter der Prämisse der Netzstabilität die Zugriffe auf Steuerboxen zu koordinieren. Eine solche CLS-Koordinationsfunktion auf Betriebsebene aggregiert Schaltbefehle und sichert so Netz und Markt einen sicheren Zugriff auf Flexibilitäten. Um die realisierten Steuerungsfunktionen und Konzepte netz- oder marktseitig zu etablieren, sind der Rechtsrahmen und der regulatorische Rahmen jedoch noch zu erweitern beziehungsweise anzupassen.
Die iMSys sind ein wichtiger Baustein für das Zusammenspiel zwischen Smart Grid und Smart Market und damit ein wichtiger Baustein für die Energiewende. Wichtig für diejenigen, die in der Branche Kostenverantwortung tragen, sind jetzt klare Mindestanforderungen und verbindliche Bestandsschutzregelungen durch den Gesetzgeber. Nur dann sind die hohen Investitionen in Systeme und Geräte zu rechtfertigen.

www.voltaris.de

Autoren

 Peter Zayer

Geschäftsführer Voltaris GmbH, Maxdorf
www.voltaris.de

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