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Ausgewählte Ausgabe: 11-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Mehrwertdienste nehmen Gestalt an

SMART METERING | Anfang 2018 kann der Rollout intelligenter Messsysteme tatsächlich beginnen. Voraussichtlich bis zum Jahresende werden – wie vom Gesetzgeber gefordert – mindestens drei Hersteller von Smart Meter Gateways (SMGW) zertifizierte Geräte anbieten können. Die Botschaft von BSI-Sprecher Dennis Laupichler hellte die Mienen vieler Teilnehmer der Metering Days 2017 sichtlich auf. Auch wenn der operative Start holprig zu werden droht, weil immer noch einige Puzzleteile fehlen oder nicht richtig passen, herrscht Aufbruchsstimmung bei Geräteindustrie und Messdienstleistern. Rückenwind verspüren auch jene Player, die auf neue Services und Geschäftsmodelle setzen, die mittels Datenkommunikation über das Smart Meter Gateway realisierbar sind. Potenzielle Mehrwertservices und neue Geschäftsmodelle standen diesmal im Mittelpunkt der Veranstaltung. Mit mehr als 50 Ausstellern und rund 600 Fachbesuchern war die Kongressmesse in Fulda einmal mehr ausgebucht.


ZVEI-Präsident Michael Ziesemer: „Die Digitalisierung des Energiesystems ist die Voraussetzung, um die ambitionierten Ziele der Energiewende in Deutschland zu erreichen. Smart Metering spielt in diesem Zusammenhang eine Schlüsselrolle.“

ZVEI-Präsident Michael Ziesemer: „Die Digitalisierung des Energiesystems ist die Voraussetzung, um die ambitionierten Ziele der Energiewende in Deutschland zu erreichen. Smart Metering spielt in diesem Zusammenhang eine Schlüsselrolle.“

Zeit heilt alle Wunden? Auf der ZMP im Mai 2017 prägten noch skeptische und kritische Aussagen das Stimmungsbild der Branche. Dass sich vier Monate später auf den Metering Days die Atmosphäre eher heiter bis wolkig anfühlte, hatte nicht damit zu tun, dass es sich um eine ZVEI-Veranstaltung handelte, auf der potenziell zweckoptimistische Technik- und Serviceanbieter den Ton angeben. Der wesentliche Grund für mehrheitlich erwartungsfrohe Minen war diesmal ein anderer: Das Ende des immer wieder verlängerten Wartens auf den Rollout-Startschuss ist zum Greifen nah. Die ersehnte Botschaft verkündete Jens Laupichler vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in einer Diskussionsrunde: Neun SMGW-Anbieter hätten sich dem Zertifizierungsprozess gestellt, und er erwarte, dass zum Jahresende die ersten zertifizierten Gateways mit den relevanten Tarifanwendungsfällen verfügbar sein werden.

Bestandsschutz für SMGW der ersten Generation

Als weitere gute Nachricht durften die Teilnehmer mit nach Hause nehmen, dass für SMGW der ersten Generation (G1) beim Übergang vom Interimsmodell auf die sternförmige Kommunikation oder beim Übergang zu G2-Geräten de jure Bestandschutz gilt, sofern die geltenden Sicherheitsanforderungen erfüllt werden. Was diese Zusage in der Praxis wert ist, wird das Tempo der Marktentwicklung zeigen. „Es kann natürlich sein, dass die Geräte den Anforderungen in drei, vier, fünf Jahren nicht mehr gerecht werden und deshalb ausgebaut werden müssen“, merkte Eric Kallmeyer an, Geschäftsbereichsleiter Metering bei der Stromnetz Hamburg GmbH.
Arkadius Jarek, Leiter MSB-Management und Leiter des Projektes „Roll-Out Messsysteme Infrastruktur“ bei der Netze BW GmbH in Stuttgart, wies auf verbliebene „Showstopper“ hin, die bis zum Rollout-Start beseitigt werden müssten: Die Verfügbarkeit von Gateways mit PTB-Baumusterprüfbescheinigung sei noch nicht gegeben. Dies setze die Fertigstellung der Transparenz- und Interface Display (TruDi)-Software voraus (laut Janosch Wagner von PPC befindet sich das Bundesdisplay „auf der Zielgeraden“). Ferner gebe es noch keine Steuerboxen nach FNN-Standard, die für das Schalten zum Beispiel von Photovoltaik-Anlagen erforderlich sind. Und das CLS-Management als zentrale Koordinierungsstelle für weitere über das SMGW abzuwickelnde Services sei noch nicht standardisiert.

Hindernisse beim Ausprägen des wettbewerblichen MSB

Mehrfach zur Sprache kam in Fulda das Thema wettbewerblicher Messstellenbetreiber (wMSB). Hierzu hatte die Bundesnetzagentur im Juli Auslegungsgrundsätze veröffentlicht, die es auch Unternehmen mit weniger als 100 000 Netzkunden verbieten, innerhalb einer Gesellschaft neben dem grundzuständigen Messstellenbetrieb (gMSB) auch den wMSB auszuprägen.

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