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Ausgewählte Ausgabe: 11-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Energiewende im Zentrum der gat

GASWIRTSCHAFT | Ende November 2017 nimmt das Thema „Gas“ in der Messe Köln breiten Raum ein. Mehrere tausend Teilnehmer insgesamt werden an drei Tagen auf dem Kongress und in der Fachmesse Gas & Wasser erwartet, um sich auf der gat 2017 auszutauschen. Aufgrund veränderter politischer Rahmenbedingungen und technischer Innovationen erlebt die Gaswirtschaft derzeit eine überaus dynamische Entwicklung.


Zur diesjährigen „gat“ und „wat“ erwarten die Veranstalter wieder mehrere tausend Kongress- und Messebesucher.

Zur diesjährigen „gat“ und „wat“ erwarten die Veranstalter wieder mehrere tausend Kongress- und Messebesucher.

So wird aktuell intensiv über die Rolle von Gas in der Energiewende diskutiert. Fast die Hälfte des deutschen Energieverbrauches entfällt auf die Industrie. Im Jahr 2015 betrug hier der gesamte Energieverbrauch 1 116 TWh. Besonders die Aluminium-, Zement-, Stahl- und Papierindustrie sind sehr energieintensiv. Sie brauchen für ihre Verfahren hohe Temperaturen und setzen dafür Gas, Kohle und Erdöl ein. Energieexperten weisen darauf hin, Kohle und Erdöl durch Erdgas zu ersetzen und so eine zügige und signifikante Reduktion des Ausstoßes von klimaschädlichen Gasen im Industriesektor zu erzielen. In einem zweiten Schritt kann die stetige Steigerung des Anteils grüner Gase, insbesondere bei der Prozessenergie, zur sukzessiven Absenkung des Energieverbrauchs und Treibhausgasausstoßes führen.
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Ein weiteres großes Potenzial bietet der Wärmebereich. Ein Sektor, in dem es möglich ist, durch einen Wechsel von Öl auf Gas innerhalb eines Jahres mehr als 30 Mio. t CO2 zu vermeiden. Weitere Effekte sind über einen Austausch veralteter Geräte gegen eine moderne Brennwerttechnik zu erwarten. Und in der Mobilität besteht ein CO2-Minderungspotenzial von 25 %, wenn statt mit Diesel mit Gas gefahren wird. Hinzu kommt, dass Gas dank eines mehr als 500 000 km langen Leitungsnetzes nahezu überall verfügbar und über große weltweite Vorkommen langfristig sicher ist. Gleichzeitig können Gas basierte Technologien ohne großen Vorlauf eingesetzt werden. Hinzu kommen Biomethan und Synthesegas, das mithilfe der Power-to-Gas-Technologie gewonnen wird. Bereits heute sind rund 9 000 Biogas-Anlagen mit einer Leistung von 4 GW am Stromnetz installiert. Gleichzeitig speisen über 190 Biomethananlagen jährlich mehr als 1 000 m³ in das Erdgasnetz ein. Und bei der Power-to-Gas-Technologie wird Ökostrom durch Elektrolyse in Wasserstoff oder synthetisches Erdgas umgewandelt und im Erdgasnetz gespeichert. Ein Verfahren, das umso mehr an Bedeutung gewinnt, je stärker Solar- und Windanlagen Strom produzieren, diesen aber aus Kapazitätsgründen nicht in die Leitungen einspeisen können.

Sinnvolle Koppelung

Es gibt erfolgversprechende Ansätze, den CO2-Ausstoß durch den verstärkten Einsatz von Gas zu reduzieren. Jetzt kommt es darauf an, sie sinnvoll miteinander zu verbinden. Das Stichwort lautet: Sektorenkopplung. Hinter dem Begriff verbirgt sich die Integration bislang weitgehend getrennter Bereiche in ein insgesamt leistungsfähigeres Gesamtsystem.

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